Atem und Musik

 

Dass sich das Hören von Musik über den Weg von Emotionen auf Atemfrequenz und Atemtiefe auswirkt, ist wissenschaftlich belegt. Es gibt jedoch weitere Zusammenhänge zwischen Atem und Musik.

 

Musik und Atem haben vieles gemeinsam: das Fließen in der Zeit, die Ordnung, den Rhythmus, die Phrasierung, die Dynamik, die Schwingung, die Bewegung, die Pause.

 

 

Atem und Musik im Mythos

In den Mythen der Weltreligionen werden Atem und Musik einem göttlichen Ursprung zugeordnet und entfalten eine "magische" Wirkung. Im biblischen Schöpfungsbericht haucht Gott dem aus Ton geformten Menschen seinen göttlichen Odem ein und macht ihn somit erst lebendig. In der griechischen Mythologie bezaubert Orpheus, Sohn des Gottes Apollon und der Muse Kalliope, mit seinem Gesang Menschen, Tiere, Steine und sogar den Gott der Unterwelt. Auch in den Märchen spielt Musik oft eine magische und bedeutende Rolle.

 

Der gemeinsame Zauber von Atem und Musik

Die gemeinsame "Zauberwirkung" von Atem und Musik lässt sich sehr deutlich beim Singen und Hören von Wiegenliedern erleben. Nicht nur das Kind beruhigt sich dabei, sondern auch die Eltern erfahren beim Singen körperlich-mentale Entspannung und schlafen dabei nicht selten vor ihrem Kind ein.

 

Atemerfahrung als Weg zum vertieften Erleben von Musik

Musik wirkt, wie eingangs erwähnt, auf unser Atemgeschehen. Aber auch umgekehrt sind Wirkweisen erkennbar. In meiner Masterarbeit habe ich mich dieser Thematik gewidmet und die erfahrungsbasierte Atempädagogik auf ein interdisziplinäres wissenschaftliches Fundament gestellt. In dieser Forschungsarbeit war es faszinierend festzustellen, wie Neurowissenschaften, Philosophie, Soziologie, Musikpädagogik und Musiktherapie in jeweils eigenen Beschreibungen und Zugängen diese Beziehung von Musik und Atem unterstützen. Dieses Wissen belegt das, was in meinen Workshops und Kursen immer wieder von den Teilnehmenden erfahren wird. Die Zusammenführung der wissenschaftlichen Erkenntnisse nährt meine musik- und atempädagogische Arbeit.

 

Musik, Atem und ein resonantes Leben

In der Kombination von Musik- und Atempädagogik eröffnet sich eine Tiefe, die unser Menschsein berührt und betrifft: Mit Hilfe der Atemerfahrung in den Zustand des Deep Listening zu gelangen und auf dem Weg von Atemerfahrung und Musik in die Stille einzutauchen, bringt uns in Resonanz mit uns selbst. Daraus entsteht eine Haltung, die uns in Resonanz mit den Menschen um uns herum und mit der Welt bringen kann.

 

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