November-Stimmung

Im November zieht sich die Natur in sich selbst zurück. Die Zweige der Bäume werden kahl und scheinen leblos. Dabei zieht sich das Leben nur zurück, um sich über den Winter zu sammeln und auf das Aufblühen im darauffolgenden Frühling vorzubereiten.

 

Diese  Facetten - die Kahlheit und Kälte, die nicht sichtbare Lebendigkeit - wurden mir an Allerheiligen wieder einmal deutlich bewusst. Bei der Gedenkfeier für die Verstorbenen auf dem Friedhof umgab uns Kälte und Nieselregen. Gleichzeitig wärmte das gemeinschaftliche Ritual von innen.

 

 

Auch das Gedenken an meinen Vater, an dessen Grab ich mit meinen Angehörigen stand, hatte diese beiden Seiten: Zum einen die Trauer, dass er nicht mehr unter uns weilt. Zum anderen aber die wärmenden Erinnerungen an ihn, die auftauchten, und die damit erlebte Verbindung über den Tod hinaus. Beim Singen der traditionellen Lieder, begleitet von der Musikkapelle des Dorfes, war der schöne Gedanke ganz präsent, dass er jetzt mit einer zweiten Stimme einstimmen würde, wie wir es zu seinen Lebzeiten miteinander genossen hatten.

 

Mit meiner Familie im Anschluss an die Gedenkfeier am Kachelofen zu sitzen, Kaffee zu trinken und gute Gespräche zu führen, war erlebte Wärme für Körper, Geist und Seele.

 

So ist der Allerheiligentag wie eine Überschrift für den Monat November. Ein richtungsgebender Impuls, wie uns die kalte, graue Jahreszeit  inneren Reichtum und Wärme schenken kann.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen guten Weg durch den November, der uns auf die lichtvolle Zeit vorbereiten will, die im Dezember ihren Anfang nimmt.

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